Solaranlagen – was aber bei einem Brand?

… die Grundidee

Die Energiegewinnung durch alternative Energiequellen wie Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein Umdenken bei der Energieerzeugung hat in den letzten Jahren begonnen. Schließlich ist es schon jetzt absehbar, dass die fossilen Brennstoffe irgendwann aufgebraucht sind. Für Hausbesitzer gibt es verlockende Angebote durch Erdwärme oder Sonnenenergie ihren Energiebedarf abzudecken. Unterschiedliche staatliche Förderprogramme unterstützen diese Entwicklung.

…die Meldung

In einer Zeitung war kürzlich zu lesen: „Feuerwehr lässt Haus nach einem Dachstuhlbrand kontrolliert abbrennen…“

…was war passiert?

In einer Stadt war ein Haus in Brand geraten. Der Dachstuhl brannte und noch bestand die Möglichkeit unter Einsatz von Löschwasser den Brand zu löschen. Mehrere Einsatzkräfte waren am Unglücksort anwesend und konnten doch  den enormen Schaden nicht verhindern. Der Grund ist für den ersten Moment unvorstellbar – bei näherer Betrachtung aber logisch: Auf dem Haus war eine Solaranlage installiert!

…die Analyse

Bei  Fotovoltaikanlagen (Solaranlagen) wird aus Sonnenenergie Gleichstrom erzeugt. Durch das entsprechende Zusammenschalten der einzelnen Solarmodule erzielen diese Anlagen Spannungen  bis zu 1000 Volt. Um diese Elektroenergie nutzen zu können erfolgen Umwandlungen mittels z.B. Wechselrichtern in die uns bekannten 220V Wechselstrom. Aber genau diese  hohen Spannungen um 1000 Volt können für Personen Lebensgefahr bedeuten.  Hinweise für das Verhalten bei derartigen elektrischen Anlagen   gibt die DIN VDE 0132 mit dem Titel: "Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen." Unter Punkt 11, Mindestabstände findet sich dort unter anderem zum Beispiel die folgende Bestimmung: "Das Einhalten von Mindestabständen zwischen Löschmittelaustrittsöffnung und unter Spannung stehenden elektrischen Anlagenteilen ist erforderlich, um Stromeinwirkungen auf Löschkräfte sicher zu verhindern. Ist die anstehende Spannung unbekannt, dürfen folgende Werte nicht unterschritten werden: Sprühstrahl 5 m, Vollstrahl 10 m"

aber: …Löschwasser, das im und aus dem Haus fließt, kann unter Spannung stehen.  Helfern droht ein Stromschlag.

…die Lösung

Bis jetzt sind die meisten Solaranlagen nicht abschaltbar. Selbst wenn der Stromfluss am Wechselrichter unterbrochen wird erzeugen die Solarmodule weiterhin die gefährlichen Hochspannungen. Bei Sonnenschein und auch bei Tageslicht ist somit ein Löschen eines Brandes ohne Lebensgefahr kaum möglich. Künstliche Lichtquellen  (Scheinwerfer bei Nacht) erzeugen relativ geringe Spannungen, die bei Berührung gefährlich werden können. Es gibt also noch keine praktikable Lösung dieses Problems. Abgesehen von den Auswirkungen der glatten Oberfläche der Solarmodule und der Abschirmung gegen das Löschwasser und den Löschschaum, den Gefahren durch das Herabfallen von Teilen der Solaranlage, bleibt die Solaranlage eine Gefahrenquelle für Einsatzkräfte der Feuerwehr.     

 

…wie weiter?

Es wird intensiv an der Verringerung des Gefahrenpotentials gearbeitet. Man  versucht durch das Kurzschließen der Anlage den Stromfluss zu unterbrechen. Entsprechende Schaltungen sind in der Entwicklung. Im Mitteldeutschen Rundfunk wurde unlängst ein Gel zur Abdeckung und somit Lichtisolierung der Solarzellen vorgestellt. Es scheint unwahrscheinlich, dass solch ein Medium demnächst zur Grundausstattung der Feuerwehren gehören wird.

 Es wird auch in Zukunft der Weg der Energiegewinnung aus Sonnenenergie bestritten werden müssen. Jede bahnbrechende Erfindung brachte auch neue Gefahren mit sich – jetzt gilt es die Gefahren  so schnell wie möglich zu reduzieren.

Bis dahin sollte aber jeder Hausbesitzer und Feuerwehrmann Kenntnisse über Gefahren bei Solaranlagen besitzen, um nicht in Lebensgefahr zu geraten.  






Schutz vor ABC - Gefahren

 Ein wichtiges Thema in der Feuerwehr ist der Schutz vor ABC – Gefahren, also vor atomaren, biologischen oder chemischen Einflüssen. Dazu führten wir einen Übungsabend durch.

Nach viel Theorie und Grundlagenwissen trainierten wir mit Chemikalienschutzanzügen.  Diese Persönliche Schutzausrüstung soll die Aufnahme von Gefahrstoffen in den Körper (Inkorporation) ausschließen und die äußere Verunreinigung mit Gefahrstoffen (Kontamination) soweit wie möglich vermeiden.

Unsere Feuerwehr ist nicht mit diesen Schutzanzügen ausgerüstet. Trotzdem sind derartigen Schulungen wichtig um bei entsprechenden Einsätzen die Spezialkräfte der Feuerwehren zu unterstützen und mit eigener (einfacher) Schutzausrüstung richtig zu handeln.

Im Landkreis Bautzen existieren seit 2011 zwei Gefahrgutzüge (GGZ). Im Bereich des Altkreises Bautzen ist dazu der Gefahrgutzug Süd (KatS GGZ Süd) aufgestellt. Hier organisieren sich die Kräfte aus Bautzen, Wilthen, Cunewalde und Wachau.